Vorbereitung

Den Kilimanjaro in Tansania besteigen

Der Kilimanjaro ist der höchste Berg Afrikas. Die Schwierigkeit des Aufstiegs sollte auf keinen Fall unterschätzt werden. Der höchste Gipfel des Kibo-Kraters, Uhuru Peak (auf einer Höhe von 5950 Metern), ist noch viel höher als der höchste Alpengipfel und der Luftdruck ist dort sehr niedrig.

Um den Gipfel zu erreichen, muss Ihr Körper sich darauf einstellen. Die Hauptsache ist, dass Sie für den Aufstieg körperlich fit sind. Ebenso benötigen sie auch die richtige Ausrüstung, bevor Sie nach Tansania fliegen. Unten finden Sie eine komplette Liste, die Ihnen bei den Vorbereitungen helfen wird.
 

Körperliche Vorbereitung

Es ist unglaublich wichtig, dass Ihr Körper gut für den Aufstieg vorbereitet ist. Gute Vorbereitung fördert das eigene Selbstbewusstsein und die mentale Stärke. Umso fitter Sie sind, desto besser können Sie den Aufsteig planen und das Dach Afrikas erobern!
 
Wie werden Sie fit?
Die Art des Trainings ist wichtiger als das Ausmaß. Der Kilimanjaro ist wie ein langer Spaziergang, also ist die beste Übung ebenfalls unter möglichst ähnlichen Bedingungen spazieren zu gehen. Obwohl Joggen für den Körper natürlich nicht schlecht ist, hilft es Ihnen nicht besonders, wenn es Sie nicht auf den sieben Tage langen gemächlichen aber anstrengenden Spaziergang vorbereitet. Ich würde Ihnen raten, sooft wie möglich lange Strecken zu Fuß zu laufen. Vermeiden Sie den Aufzug und nehmen Sie stattdessen lieber die Treppe.   

Als Training sollten Sie sich möglichst viel in Gelände mit Höhenunterschied bewegen, damit Ihre Muskeln sich an das Hoch- und Runterlaufen gewöhnen.

Nehmen Sie einen Rucksack mit gut drei Litern Wasser mit, dadurch können Sie die Umstände auf dem Berg simulieren.

Wenn das Wetter draußen schlecht ist, können Sie auch im Fitness-Studio auf dem Laufband trainieren. Manche Laufbänder haben die Möglichkeit eine Steigung einzustellen.

Wenn Sie 80 Kilometer in einer Woche laufen können, schaffen Sie die Machame-Route! Ein zusätzliches Krafttraining ist auch nützlich, um die Muskeln für den Wechsel zwischen Steigung und Gefälle zu trainieren.

Innerhalb von acht Wochen können Sie mit Hilfe eines regelmäßigen Trainingsprogramms fit für den Aufstieg auf den Kilimanjaro werden. Eine Woche vor der Expedition sollten Sie das Training einstellen, damit Ihr Körper wieder zur Ruhe findet und sich auf den tatsächlichen Aufstieg vorbereiten kann.

Medizinische Voruntersuchung
Bevor Sie mit einem Fitness-Programm anfangen, sollten Sie ärztlichen Rat einholen. Ihr Arzt wird Sie bestimmt gerne bei Ihrem Vorhaben unterstützen und die notwendigen Tests mit Ihnen durchführen.
 
Krafttraining
Ein Fitness-Programm, das acht Wochen dauert und aus regelmäßigem Training mit Gewichten zu Hause oder im Fitnessstudio besteht, fördert die Muskelkraft. Das Training sollte gemäß Ihres Alters, Ihrer Kraft und Ihres Fitnessniveaus angepasst sein. Falls Sie Fragen zur Vorbereitung auf die Expedition haben, wenden Sie sich an die Trainer in Ihrem Fitnessstudio.
 



Mentale Vorbereitung

Jeder kann den Gipfel des Kilimanjaros besteigen. Schon viele haben es vor Ihnen geschafft. Denken Sie immer daran, während Sie sich auf die Expedition vorbereiten. Wenn Sie positiv denken, werden Sie den Aufstieg bestimmt genießen!

Erzählen Sie Freunden und Familie von der Expedition. So festigen Sie Ihr Engagement und den Plan, den Gipfel zu erreichen. Denken Sie bei der Vorbereitung an einen für Sie besonderen Menschen und nehmen Sie ein Foto von dieser Person mit auf die Reise.
 

Packliste

Vergessen Sie nicht, dass Sie 7 Tage und 6 Nächte auf einem Berg sein werden. Bringen Sie ausreichend Kleidung und warme Socken mit. Wegen möglicher Regenfälle und der zahlreichen Bäche und Flüsse neben dem Weg ist es ratsam, trockene Ersatzkleidung in Ihrem Rucksack mitzuführen. Diese sollte wasserdicht verpackt sein.
 
Tragen Sie windfeste aber atmungsaktive Kleidung. Baumwolle sollte nicht direkt auf der Haut getragen werden, da sie den Schweiß aufsaugt, nur schwer wieder abgibt und dadurch den Körper auskühlen kann. Funktionsunterwäsche, Handschuhe/Fäustlinge, Mütze, Schal und Regenkleidung sind notwendig. Eine Skimaske ist ebenfalls ein Muss; so wird das Gesicht vor Wind, Schnee, Kälte und Sonne geschützt. Sonstige Kleidungsstücke wie kurze Hosen, T-Shirts und Pullover sind auch empfohlen, da die Temperatur während des Tages am Fuß des Berges noch sehr hoch ist.

Walken mit Walking Stöcken kann auch sehr angenehm sein; sie helfen Ihnen beim Aufstieg und man kann sich beim Abstieg darauf abstützen. Die Stöcke können Sie im Hotel mieten.

Zusätzlich zu dem gebräuchlichen Equipment, sollten Sie folgendes mitnehmen:

  • Ohrenstöpsel (notwendig für ruhugen Schlaf)
  • einen kleinen wasserdichten Rucksack (den Sie selbst tragen werden)
  • einen großen Rucksack, maximal 15 Kilogramm (Hinweis: die Gepäckträger tragen lieber Seesäcke)
  • einen Camelbak (ein Rucksack mit integriertem Wasservorrat) 2 Liter minimales Volum
  • eine 2 Liter gefrierfeste Thermosflasche
  • ein paar Schnürsenkel
  • einen Taschenmesser
  • sunscreen
  • Lippenbalsam
  • eine Stirnlampe mit Ersatzbatterien oder eine Taschenlampe
  • Snacks/Energielieferanten (Nüsse, Sultaninen, Müsliriegel, Traubenzucker)
  • eine Decke für das Gepäck (Schutz vor Feuchtigkeit und Staub)
  • eine Salbe zur Behandlung von blauen Flecken und Muskelkater (z.B. Tigerbalsam, Arnikagel, Belliflorgel o.ä.)
  • Betadine Salbe oder Pflaster und Verbände/Bandagen für den Notfall
  • Paracetamol oder andere Schmerzmittel
  • Blasenpflaster (z.B. Compeed)
  • Feuchttücher (WetWipes)
  • Desinfektionsmittel/ -gel
  • leichte und wasserfeste Bergschuhe (Typ B – für ausgedehnte Wanderungen: die Sohle dieses Schuhs lässt sich nur mit grösserer Kraftanstrengung verwinden, fühlt sich steif an und bietet dem Fuss guten Halt im Schuh.)
  • bequeme lange und kurze Hosen
  • zwei Pullover oder Fleecejacken
  • eine dünne, leichte, winddichte Regenjacke
  • T-shirts / Oberteile (dünne Hemden mit langen Ärmeln; Schutz vor Sonnenbrand, am besten aus Polyester
  • eine Kopfbedeckung zum Schutz vor der Sonne und eine Sonnenbrille, die vor Schneeblindheit schützt
  • mittens (better than gloves) and wool cap, balaclava or windstopper (neckband)
  • Handschuhe oder Fäustlinge und eine Mütze aus Baumwolle, eine Skimaske oder einen windfesten Schal (Windstopper neckband)
  • einen warmen Schlafsack (prüfen Sie die Temperaturzone von dem Schlafsack; nachts kann der Gefrierpunkt erreicht werden. Wenn möglich, bringen Sie auch einen Innenschlafsack mit
  • Kleidung und Schuhwerk für die Zeit nach dem Wandern sowohl für starken Sonnenschein als auch für kälteres Wetter geeignet
  • Batterien für Ihren Fotoapparat, Adapter/Zwischenstecker (um den Akku im Hotel aufzuladen)
  • Schnelltrocknende Handtücher
  • Mückenschutz (min. 40% Konzentration - DEET) absolut notwendig bis 2000 Höhenmeter und im Hotel
  • ein Fernglas
  • einen Reisewecker
  • eine Fotokopie von Ihrem Pass, damit Sie sich während der Expedition für einige Sachen anmelden können
  • ein kleines Tagebuch oder einen Roman, damit Sie sich nachts am Campingplatz nicht langweilen
  • kleine Plastiktüten zum Sammlen des Mülls

Noch einige kleine Tipps:

  • Tragen Sie Ihre schweren Schuhe im Flieger nach Tansania, damit Ihr Gepäck leichter ist
  • Tragen Sie Ihre verschiedenen Kleidersstücke vor der Abreise zur Probe, um die Kombinierbarkeit zu überprüfen.
  • Eine synthetische Stoffmischung aus Baumwolle und Polyester isoliert auch wenn sie nass ist. Wenn Kleidung aus Baumwolle schweißnass ist, kann sie den Körper nicht mehr warm halten.

Höhenkrankheit

Jeder, der es nicht gewohnt ist, wird irgendwann an der Höhenkrankheit leiden. Sie kann tödlich enden, wenn die Symptome ignoriert oder nicht sofort behandelt werden. Ungefähr 70% aller Mitreisendern werden zu einem gewissen Maße an der Höhenkrankheit leiden.

Wenn der Sauerstoffgehalt der Luft ab einer bestimmten Höhe zu niedrig ist, wirkt sich dieser Mangel auf den Körper aus; die Höhenkrankheit wird von diesem Mangel verursacht. Von den verschiedenen Symptomen dieser Krankheit könnten Sie unter folgenden leiden: Kopfschmerzen, Schwindelgefühl, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Kribbeln in Zehen und Fingern und leicht geschwollenen Fußgelenken und Fingern. Diese sind keine ernsten Symptome und sie verschwinden normalerweise innerhalb von 48 Stunden.

Es wird davon abgeraten, Arzneimittel mit Acetazolamid (Wirkstoff in Diamox) gegen die Höhenkrankheit einzunehmen, es sei denn diese wurden Ihnen speziell durch einen Arzt verordnet. Die Nebenwirkungen sind möglicherweise schlimmer als die Symptome der Höhenkrankheit.

Die Reiseführer sind dafür verantwortlich und ausgebildet, Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden im Blick zu behalten. Wenn Sie sich während der Expedition nicht wohl fühlen oder wenn Sie merken, dass es einem Mitreisender nicht gut geht, sagen Sie bitte sofort den Reiseführern Bescheid. Manchmal braucht man nur etwas Motivation oder geistige Unterstützung, aber in einigen Fällen ist auch eine medizinische Behandlung notwendig. Im Fall einer schweren Höhenkrankheit ist der Abstieg erforderlich.

Impfungen

Wer nach Afrika reist, muss unbedingt zuerst zum Arzt gehen, um alle notwendigen Impfungen überprüfen bzw. vornehmen zu lassen. Machen Sie am besten frühzeitig einen Termin, da einige Impfungen einen Aktivierungszeitraum bzw. mehrere zeitlich voneinander getrennte Injektionen erfordern, bevor Sie effektiv wirken. Eventuell ist der Impfstoff auch nicht vorrätig.

Nehmen Sie Ihren Impfpass mit zum Arzt bzw. lassen Sie sich von ihm einen neuen ausstellen!

Die folgenden Impfungen sind für Ihre Reise nach Afrika notwendig::
  • Hepatitis A (notwendig für alle Reisenden)
  • Typhus (notwendig für alle Reisenden)
  • Gelbfieber (notwendig für alle Reisenden, Nachweis unbedingt erforderlich!)
  • Polio(-myelitis)/Kinderlähmung (auch für Erwachsene, die als Jugendliche geimpft wurden, aber noch keine erneute Impfung bekommen haben) for all travellers
  • Hepatitis B (für Reisende, die intensiven Kontakt mit der lokalen Bevölkerung haben oder die in freiwilligen Hilfsorganisationen arbeiten)

Sie müssen auch gegen Tetanus, Diphterie, Masern, Mumps, Röteln and Windpocken geimpft sein.

Malaria ist ein Risiko in Tansania und Sie sollten die empfohlenen Medikamente nehmen. Chloroquin war einstmals das weltweit am häufigsten verwendete Medikament zur Therapie und Vorbeugung der Malaria, es ist jedoch heutzutage aufgrund resistenter Erreger zunehmend unwirksam. Es gibt aktuelle vorsorgende Medikamente, die gegen manche chloroquinresistente Mücken in Tansania effektiv sind. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten!
 

Visum

Bitte beachten Sie, dass Sie beim Reisen in Tansania einen gültigen Reisepass und ein Visum benötigen. 

Sie können ein Visum entweder bei der Ankunft am Dar Es Salaam Flughafen, am Kilimanjaro International Airport oder an der Grenze von Kenia und Tansania kaufen. Das Visum kostet 50 USD (bitte mit Bargeld bezahlen). Sie können auch schon in Ihrem eigenen Land ein Visum kaufen. Bitte wenden Sie sich bei Fragen an die tansanische Botschaft oder an das Konsulat in Ihrer Umgebung.

Wenn Sie nach Nairobi, Kenia fliegen und den Shuttlebus nach Tansania nehmen, brauchen Sie für Kenia auch ein Transitvisum, das Sie für 50 USD (Bargeld) an der Grenze zwischen Kenia und Tansania oder am Flughafen in Nairobi kaufen können.


Geld

Abhängig von Ihrem persönlichen Bedarf, können Sie sich entscheiden, wieviel Geld Sie mitnehmen sollten. Mit ungefähr 20 USD pro Tag kann man normalerweise Souveniere und Getränke kaufen und Trinkgeld bezahlen.

In Tansania werden amerikanische Dollar die vor 2001 produziert wurden nicht immer akzeptiert. Nehmen Sie daher nur neuere Scheine mit.

Mit einer Kreditkarte können Sie im Hotel in Moshi bezahlen und auch Geld von den Geldautomaten in Moshi abheben.

Tansanische Schillinge sind in kleineren Läden und Geschäften notwendig (2.000 Schilling sind ungefähr 1 Euro).